
Typisch Kölner Essen ist deftig, einfach und eng mit dem Brauhaus verbunden. Zu den Klassikern gehören der Halve Hahn, Himmel un Ääd, Kölsche Kaviar, Reibekuchen, rheinischer Sauerbraten und Hämchen, dazu immer ein Kölsch. Viele Namen sind auf Kölsch und führen Besucher in die Irre: Ein Halve Hahn ist zum Beispiel kein halbes Hähnchen.
Die meisten dieser Gerichte bekommst du in den traditionellen Brauhäusern der Altstadt und der Innenstadt. Dort bringt der Köbes, der Kellner im Brauhaus, das Kölsch an den Tisch, und die Karte ist oft in Kölsch und Hochdeutsch geschrieben. Hier sind die Gerichte, die du kennen solltest, mit einer kurzen Erklärung, was auf dem Teller landet.
Brauhaus-Klassiker
1. Halve Hahn
Ein Roggenbrötchen, das Röggelchen, mit einer dicken Scheibe mittelaltem Gouda, scharfem Senf und rohen Zwiebelringen. Der Name bedeutet halber Hahn, mit Geflügel hat das Gericht aber nichts zu tun. Über die Herkunft des Namens gibt es mehrere Geschichten, die der Köbes gerne erzählt.
2. Himmel un Ääd
Himmel und Erde: Kartoffelpüree für die Erde, Apfelmus für den Himmel. Dazu gibt es gebratene Blutwurst, die in Köln Flönz heißt, und Röstzwiebeln. Die Mischung aus süß und herzhaft ist typisch für die rheinische Küche.
3. Kölsche Kaviar
Auch hier steckt ein Scherz im Namen. Kölsche Kaviar ist Blutwurst, serviert mit rohen Zwiebeln, Senf und einem Röggelchen. Ein einfacher Snack zum Kölsch.
4. Hämchen
Eine gepökelte und gekochte Schweinshaxe, meist mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Im Gegensatz zur bayerischen Haxe ist sie nicht knusprig gebraten, sondern weich gegart.
5. Rheinischer Sauerbraten
Rindfleisch, das mehrere Tage in einer Marinade aus Essig, Wein und Gewürzen eingelegt wird. Die rheinische Variante erkennst du an der süß-säuerlichen Soße mit Rosinen. Dazu gibt es Rotkohl und Kartoffelklöße. Früher wurde Sauerbraten im Rheinland oft mit Pferdefleisch zubereitet, heute ist Rind üblich.
6. Mettbrötchen
Ein Röggelchen oder Brötchen mit rohem, gewürztem Schweinehack und Zwiebeln. Wer kein rohes Fleisch mag, lässt es aus, für viele Kölner gehört es aber zum Brauhausbesuch dazu.
Kartoffeln, Muscheln und Süßes
7. Reibekuchen
Auf Kölsch heißen sie Rievkooche: in Öl ausgebackene Puffer aus geriebenen Kartoffeln. Sie werden mit Apfelmus, manchmal auch mit Rübenkraut oder Lachs serviert. Auf Weihnachtsmärkten und Straßenfesten gibt es sie frisch aus der Pfanne.
8. Muscheln rheinische Art
In der kalten Jahreszeit stehen in vielen Brauhäusern Miesmuscheln auf der Karte, gekocht in einem Sud aus Weißwein, Gemüse und Zwiebeln. Dazu gibt es Schwarzbrot mit Butter. Traditionell isst man sie in den Monaten mit R, also von September bis April.
9. Rübenkraut
Ein dunkler, dickflüssiger Sirup aus Zuckerrüben, der im Rheinland aufs Brot kommt, oft zusammen mit Käse. Er passt auch zu Reibekuchen.
10. Mutzen und Mutzenmandeln
Das Gebäck zur Karnevalszeit: kleine, in Fett ausgebackene Teigstücke, die mit Zucker bestreut werden. Mutzenmandeln haben die Form einer Mandel. Du findest sie vor allem rund um den 11.11. und in den Wochen vor Rosenmontag in den Bäckereien.
Kölsch und Brauhauskultur
11. Kölsch
Kölsch ist ein helles, obergäriges Bier. Seit der Kölsch-Konvention von 1986 dürfen nur Brauereien aus Köln und der Umgebung ihr Bier so nennen. Serviert wird es in der Stange, einem schlanken Glas mit 0,2 Litern, damit es frisch bleibt.
12. Die Regeln im Brauhaus
Der Köbes bringt das Kölsch im Kranz, einem runden Tablett, und stellt dir ein neues Glas hin, sobald das alte leer ist. Auf deinem Bierdeckel macht er für jedes Glas einen Strich. Wenn du genug hast, legst du den Deckel auf das Glas. Wer die Regeln und die Geschichten dahinter in der Gruppe kennenlernen möchte, kann eine Brauhaus-Tour mit drei Kölsch buchen.
Wo du Kölner Küche probieren kannst
Die bekanntesten Brauhäuser liegen in der Altstadt und rund um den Dom, etwa Früh am Dom, Gaffel am Dom, Peters Brauhaus und das Brauhaus Sion. Die Malzmühle am Heumarkt und Päffgen in der Friesenstraße brauen ihr eigenes Kölsch im Haus. Am Wochenende und an Karneval sind viele Brauhäuser voll, eine Reservierung lohnt sich.
Kölner Küche abseits der Altstadt
Köln isst nicht nur deftig. In der Südstadt, in Ehrenfeld und im Belgischen Viertel findest du viele internationale Restaurants, Cafés und Imbisse. Eine gute Möglichkeit, beides zu verbinden, ist die Foodtour durch die Südstadt mit fünf Verkostungen und einem Halt im Brauhaus.
Beliebte Aktivitäten in Köln
Free Tours in Deutschland (auf Englisch)




